Hallo Leute,
die Suche nach den Lauten der Sprache Go hat sich ja als etwas schwierig herausgestellt. Ich denke, dass der Ansatz vielleicht etwas falsch war. Wenn man auf die lange Geschichte der wissenschaftlichen Forschung zurückblickt, erkennt man, dass man selten mit der kleinstmöglichen Einheit angefangen hat. Auch Sprache war schon da, bevor wir uns Gedanken gemacht haben, wie sie aufgebaut ist. Darum möchte ich die Phonetik erst ein mal sein lassen und hoffen, dass wir aus den kommenden Erkenntnissen darauf zurück schließen können.
Jetzt stellt sich natürlich die Frage, wo genau ich am besten ansetzen könnte. Vermutlich nehme ich doch die Richtung Pragmatik, Semantik => Syntax, Morphologie => Phonologie, Phonetik. Bitte sagt jetzt nicht, ich würde vor den Problemen flüchten, die sich mir gerade auftun. Ich verschiebe sie nur auf ein wenig später.
Als nächstes kommen also noch ein paar allgemeine Theorien, wie die Sprache aufgebaut ist und dann geht’s weiter mit der Pragmatik oder Semantik. Je nach dem wie ich lustig bin. Eines muss ich allerdings noch zugeben. Zur Zeit interessiert mich am meisten die Semantik und das ist ja der Teil der sich am ehesten mit Mathe überschneidet! Bin ich also auch nur so ein Mathematiker Wolf im Schafpelz der Geisteswissenschaftler? Wer weiß, wer weiß... Bis zum nächsten Mal.
Greetings,
Nay
Montag, 31. Mai 2010
Sonntag, 30. Mai 2010
Off-Topic: Kommentare und so
Hallo,
ich frage mich ob es schon mehrere Leute gab, die versucht haben einen Kommentar zu schreiben. Würde mich natürlich freuen. Mir wurde allerdings mitgeteilt, dass die Mechanik nicht so reibungslos klappt. Ich habe es jetzt mit Hilfe getestet und es scheint zu gehen, also Kommentare sind immer gern gesehen. Spam wird allerdings gelöscht.
Ich habe mir eigentlich vorgenommen das Layout noch etwas zu verbessern, aber meine HTML Kenntnisse sind einfach zu mager. Ansonsten kann man hier gaar nicht sooo viel ändern, wie angegeben. Wer Kritik oder Ähnliches zur Seite an sich hat kann mir gern auch ne Mail schreiben oder sich auf KGS melden.
greetings,
Nay
ich frage mich ob es schon mehrere Leute gab, die versucht haben einen Kommentar zu schreiben. Würde mich natürlich freuen. Mir wurde allerdings mitgeteilt, dass die Mechanik nicht so reibungslos klappt. Ich habe es jetzt mit Hilfe getestet und es scheint zu gehen, also Kommentare sind immer gern gesehen. Spam wird allerdings gelöscht.
Ich habe mir eigentlich vorgenommen das Layout noch etwas zu verbessern, aber meine HTML Kenntnisse sind einfach zu mager. Ansonsten kann man hier gaar nicht sooo viel ändern, wie angegeben. Wer Kritik oder Ähnliches zur Seite an sich hat kann mir gern auch ne Mail schreiben oder sich auf KGS melden.
greetings,
Nay
Freitag, 28. Mai 2010
Töne, Worte und andere Probleme
Hey ho,
ich habe mir noch ein paar Gedanken zur Phonetik gemacht. Gar nicht so einfach das alles sinnvoll zu verknüpfen. Probleme gibt es schon wenn man die Wortbildung betrachtet. Die Überlegung bestand ja darin, dass jeder Zug einen Laut darstellt. Allerdings werfen wir uns bei einer Diskussion ja auch nicht einzelne Buchstaben an den Kopf, sondern wenigstens Wörter. Bestehen Wörter im Go also aus weißen und schwarzen Steinen, oder ist die Bedeutungsebene doch eine ganz andere? Wenn man davon ausgeht, dass Wörter aus schwarzen und weißen Steinen bestehen, dann muss man zumindest gewisse Erwartungen in die Züge des Gegners haben. In der „normalen“ Sprache allerdings haben wir auch niemanden der plötzlich Laute in unseren Worten vertauscht.
Man könnte es allerdings mit einer Interpretation versuchen die wie folgt lautet:
Jeder Spieler baut seine eigenen Bedeutungen aus Tönen, also Wörter oder Sätze. Von einem einzelnen Zug kann der Gegenspieler die Bedeutung oder die Idee hinter einem Zug ohnehin nur erahnen. Wenn wir also von einer Diskussion ausgehen baut einer ein Pro-Argument und der andere ein Kontra-Argument. Wessen Argument bzw. Formulierung besser ist erkennt man dann an dem Ergebnis der Situation. Die genaue Bedeutung hängt dann z.B. davon ab, ob man Gebiet oder Einfluss bekommen hat, oder ob man eine Gruppe getötet hat. Sicher gibt es noch weitere Bedeutungen die viel tiefgründiger sind.
Jedoch muss man dann wieder überlegen, was ein Tenuki bedeutet. Vor allem zu Beginn der Partie gibt es viele Tenukies, aber man fängt ja nicht erst zehn Wörter/Sätze/Argumente an und schreibt sie später zu Ende. Also haben wir auch hier einen Punkt den wir noch genauer untersuchen müssen. In wie weit Phonetik nun mit Go vereinbar ist bleibt noch offen, aber ich werde auch weiterhin versuchen Antworten zu finden.
Greetings,
Nay
ich habe mir noch ein paar Gedanken zur Phonetik gemacht. Gar nicht so einfach das alles sinnvoll zu verknüpfen. Probleme gibt es schon wenn man die Wortbildung betrachtet. Die Überlegung bestand ja darin, dass jeder Zug einen Laut darstellt. Allerdings werfen wir uns bei einer Diskussion ja auch nicht einzelne Buchstaben an den Kopf, sondern wenigstens Wörter. Bestehen Wörter im Go also aus weißen und schwarzen Steinen, oder ist die Bedeutungsebene doch eine ganz andere? Wenn man davon ausgeht, dass Wörter aus schwarzen und weißen Steinen bestehen, dann muss man zumindest gewisse Erwartungen in die Züge des Gegners haben. In der „normalen“ Sprache allerdings haben wir auch niemanden der plötzlich Laute in unseren Worten vertauscht.
Man könnte es allerdings mit einer Interpretation versuchen die wie folgt lautet:
Jeder Spieler baut seine eigenen Bedeutungen aus Tönen, also Wörter oder Sätze. Von einem einzelnen Zug kann der Gegenspieler die Bedeutung oder die Idee hinter einem Zug ohnehin nur erahnen. Wenn wir also von einer Diskussion ausgehen baut einer ein Pro-Argument und der andere ein Kontra-Argument. Wessen Argument bzw. Formulierung besser ist erkennt man dann an dem Ergebnis der Situation. Die genaue Bedeutung hängt dann z.B. davon ab, ob man Gebiet oder Einfluss bekommen hat, oder ob man eine Gruppe getötet hat. Sicher gibt es noch weitere Bedeutungen die viel tiefgründiger sind.
Jedoch muss man dann wieder überlegen, was ein Tenuki bedeutet. Vor allem zu Beginn der Partie gibt es viele Tenukies, aber man fängt ja nicht erst zehn Wörter/Sätze/Argumente an und schreibt sie später zu Ende. Also haben wir auch hier einen Punkt den wir noch genauer untersuchen müssen. In wie weit Phonetik nun mit Go vereinbar ist bleibt noch offen, aber ich werde auch weiterhin versuchen Antworten zu finden.
Greetings,
Nay
Samstag, 22. Mai 2010
Über die Töne der Sprache "Go"
Hallooo,
Wie schon angekündigt geht es heute mit dem Thema weiter. Nuuun... Phonetik... hmmm …. ja, gut... Okay, ihr seht, es gibt ein Problem. Go hat keine Töne. Damnit... Eintrag zu Ende? Nein!
Der geneigte Leser mag sich vielleicht daran erinnern, dass ich Go mit einer Tonsprache verglichen habe. Dabei kann die selbe aneinander Reihung von Buchstaben je nach Betonung in ihrer Bedeutung variieren. Dies ist zum Beispiel im Chinesischen der Fall.
Ich nehme an, dass ein Zug ein Buchstabe, oder Laut sein kann. Ob jeder Zug auch ein anderer Buchstabe ist sei mal dahingestellt. Betonung entsteht durch den Kontext in dem der Stein gespielt wurde. Wie bei einem Wort oder Sätzen entstehen dann erst Bedeutungen, wenn mehrere Züge zusammen gefügt werden. Man kann zwar schon zu Beginn Dinge erahnen aber viele Bedeutungen kristallisieren sich erst heraus, wenn man mehrere Züge gespielt hat.
Wir haben jetzt also die Theorie, dass es selbst beim Go eine Art von Tönen, bzw. Klängen gibt. Wie diese genauer aussehen habe ich allerdings noch nicht erörtert. Vielleicht werde ich mich irgendwann damit auseinandersetzen.
Greetings,
Nay
Wie schon angekündigt geht es heute mit dem Thema weiter. Nuuun... Phonetik... hmmm …. ja, gut... Okay, ihr seht, es gibt ein Problem. Go hat keine Töne. Damnit... Eintrag zu Ende? Nein!
Der geneigte Leser mag sich vielleicht daran erinnern, dass ich Go mit einer Tonsprache verglichen habe. Dabei kann die selbe aneinander Reihung von Buchstaben je nach Betonung in ihrer Bedeutung variieren. Dies ist zum Beispiel im Chinesischen der Fall.
Ich nehme an, dass ein Zug ein Buchstabe, oder Laut sein kann. Ob jeder Zug auch ein anderer Buchstabe ist sei mal dahingestellt. Betonung entsteht durch den Kontext in dem der Stein gespielt wurde. Wie bei einem Wort oder Sätzen entstehen dann erst Bedeutungen, wenn mehrere Züge zusammen gefügt werden. Man kann zwar schon zu Beginn Dinge erahnen aber viele Bedeutungen kristallisieren sich erst heraus, wenn man mehrere Züge gespielt hat.
Wir haben jetzt also die Theorie, dass es selbst beim Go eine Art von Tönen, bzw. Klängen gibt. Wie diese genauer aussehen habe ich allerdings noch nicht erörtert. Vielleicht werde ich mich irgendwann damit auseinandersetzen.
Greetings,
Nay
Mittwoch, 19. Mai 2010
Eilmeldung :D
Halloo,
ich möchte nur mal kurz klarstellen, dass der Blog noch lebt ^^
Ich war übers Wochenende aufm Nürnberger Go-Turnier. War sehr witzig, wenn auch wenig erfolgreich in Sachen Go :D
Coming soon
Wie passen Phonetik und Phonologie zu Go? Gar nicht, da es keine Töne gibt? Wir werden sehen :D
greetings,
Nay
ich möchte nur mal kurz klarstellen, dass der Blog noch lebt ^^
Ich war übers Wochenende aufm Nürnberger Go-Turnier. War sehr witzig, wenn auch wenig erfolgreich in Sachen Go :D
Coming soon
Wie passen Phonetik und Phonologie zu Go? Gar nicht, da es keine Töne gibt? Wir werden sehen :D
greetings,
Nay
Mittwoch, 12. Mai 2010
Off-Topic: Najas Ausreden
Schreibblockade
Irgendwie habe ich zur Zeit eine Schreibblockade, daher mal ein Off-Topic Beitrag. Thema ist: Warum spielt Naja so selten gewertet?
Wie manche schon mitbekommen haben, ist mein neues Ziel wenigstens ein mal am Tag gewertet zu spielen. Bis jetzt klappt das sogar ganz gut. Dadurch habe ich einen mehr oder weniger festen 2k Rang, obwohl ich gestern den krassen epic fail gegen einen 3k gebracht habe. Vor dieser Regelung wurde ich allerdings sehr oft gefragt, warum ich so selten gewertet spiele. Hier ein paar meiner Top-Ausreden.
-Keine Zeit
-Keine Lust
-Ich bin an der Uni
-Meine Freundin ist da
-Ich bin zu müde
-Ich bin zu faul
-Ich esse gerade
Das waren erst mal die kurzen Antworten, die man recht oft von mir zu hören bekommt. Allerdings habe ich sogar eine Erklärung die zwar immer noch eine Ausrede ist, aber trotzdem schon einen gewissen Charakter hat:
Das Problem ist, dass ich an verschiedene Spiele mit verschiedener Spannung rangehe. Freies Spiel bedeutet für mich eher Entspannung, wenig nachdenken. Da spiele ich auch mal Blitz oder probiere abgedrehte Dinge aus. Dann gibt es noch die gewerteten und die ASR League Spiele bei denen ich versuche möglichst langsam zu spielen. Ich versuche meinen Gegner ernst zu nehmen und mich dementsprechend zu konzentrieren. Dabei bin ich meist etwas angespannt, oder auch freudig erregt. Auf jeden Fall kommt dieses Feeling dem sehr nahe, das ich bei Go-Turnier-Spielen empfinde. Allerdings sind Go-Turniere etwas besonderes. Damit ich dieselbe Spannung auch auf KGS verspüren kann, spiele ich nur selten gewertet, damit der „Glanz“ nicht verloren geht.
Greetings,
Nay
Irgendwie habe ich zur Zeit eine Schreibblockade, daher mal ein Off-Topic Beitrag. Thema ist: Warum spielt Naja so selten gewertet?
Wie manche schon mitbekommen haben, ist mein neues Ziel wenigstens ein mal am Tag gewertet zu spielen. Bis jetzt klappt das sogar ganz gut. Dadurch habe ich einen mehr oder weniger festen 2k Rang, obwohl ich gestern den krassen epic fail gegen einen 3k gebracht habe. Vor dieser Regelung wurde ich allerdings sehr oft gefragt, warum ich so selten gewertet spiele. Hier ein paar meiner Top-Ausreden.
-Keine Zeit
-Keine Lust
-Ich bin an der Uni
-Meine Freundin ist da
-Ich bin zu müde
-Ich bin zu faul
-Ich esse gerade
Das waren erst mal die kurzen Antworten, die man recht oft von mir zu hören bekommt. Allerdings habe ich sogar eine Erklärung die zwar immer noch eine Ausrede ist, aber trotzdem schon einen gewissen Charakter hat:
Das Problem ist, dass ich an verschiedene Spiele mit verschiedener Spannung rangehe. Freies Spiel bedeutet für mich eher Entspannung, wenig nachdenken. Da spiele ich auch mal Blitz oder probiere abgedrehte Dinge aus. Dann gibt es noch die gewerteten und die ASR League Spiele bei denen ich versuche möglichst langsam zu spielen. Ich versuche meinen Gegner ernst zu nehmen und mich dementsprechend zu konzentrieren. Dabei bin ich meist etwas angespannt, oder auch freudig erregt. Auf jeden Fall kommt dieses Feeling dem sehr nahe, das ich bei Go-Turnier-Spielen empfinde. Allerdings sind Go-Turniere etwas besonderes. Damit ich dieselbe Spannung auch auf KGS verspüren kann, spiele ich nur selten gewertet, damit der „Glanz“ nicht verloren geht.
Greetings,
Nay
Sonntag, 9. Mai 2010
Was wir zum Arbeiten brauchen(1)
Einige „Grundvoraussetzungen“
Obwohl ich der Überzeugung bin, dass man viele Gemeinsamkeiten zwischen Go und Sprache finden kann, muss ich doch ein paar Grundregeln festlegen, die dieser Annahme möglicherweise widersprechen.
Die erste „Regel“ ist hoffentlich für alle schlüssig: Go kann keine Muttersprache sein. Ich bezweifle, dass es je einen Menschen gab, oder geben wird, der sich allein durch Go mit anderen Menschen unterhält.
Die zweite „Regel“ ist, dass eine Konversation immer dual ist, es also nur zwei Gesprächspartner gibt. Paar-Go oder „Beamten-Go“ schließe ich aus meinen Überlegungen aus.
Die dritte „Regel“ besagt, dass Go eher eine Zwecksprache ist.Ich denke, wenn man das Spiel mit einer Sprache vergleicht, dann ist es eine Sprache mit einem relativ kleinen Wortschatz. Am Banalsten lässt sich das darstellen, wenn man durch Go „sagen“ will, dass man Hunger hat. Das ist nicht möglich und auch nicht notwendig.
Warum ist Go eine Zwecksprache:
Meiner Meinung nach wird Go in einer Welt gesprochen, in der nur die beiden Kontrahenten und das Go Brett eine Rolle spielen. Dadurch ist ein geringer Wortschatz durchaus gerechtfertigt.
Als vierte Regel schlage ich also vor, dass wir Go rein als Sprache des Go-Bretts betrachten. Auch unter anderen Umständen kommt es zu Sprachen, die nur von einer bestimmten Gruppe zu einem bestimmten Zweck gesprochen werden. Solche Sprachen entstehen vor allem, wenn es zu Handelsbeziehungen zwischen verschieden sprachigen Ländern kommt. Als Englisch noch nicht so weit verbreitet war, fiel es denn Matrosen schwer, sich mit den einheimischen z.B. in Afrika zu verständigen und aus dieser Not entstand eine provisorische Sprache. Diese Sprachen waren gerade so gut, dass man beim Handeln keine Probleme bekam. Im Englischen nennt man solche Sprachen „Pidgins“. Ich habe leider keine passende Übersetzung fürs deutsche gefunden, aber vorerst können wir annehmen, dass Go eine „Pidgin“ ist, die entwickelt wurde um den Gegenspielern beim Go ein spannendes Spiel und viele lehrreiche Erfahrungen zu bescheren.
Dies lässt sich vor allem durch die Beschreibung von Shido-Go (Lehr-Go, ein Go Spiel, bei deim ein stärkerer gegen einen schwächeren spielt um seine Go-Erfahrung auf die anschaulichste Weise mit dem Schüler zu teilen) aus dem Manga Hikaru no Go bestätigen. Hier sagt Sai, der stärkste, aber leider tote (er ist ein Geist) Spieler der bis dato bekannten Go-Welt, dass ein Zug beim Shido-Go mehr als tausend Worte sagt und es nicht nötig ist ihn zu erläutern, wenn der Gegenspieler erfahren genug ist ihn zu verstehen.
Regel fünf sollte dann sein, dass eine richtige Konversation nur dann stattfinden kann, wenn beide Parteien eine gewisse Erfahrung im Go gemacht haben, also die Sprache schon gelernt haben. Allerdings gilt das auch für jede andere Sprache. Ich wollte nur sicher gehen … ;)
Dies sind die ersten Grundlagen für meine oder auch unsere Untersuchungen. Kommentare sind immer willkommen.
Greetings,
Nay
Obwohl ich der Überzeugung bin, dass man viele Gemeinsamkeiten zwischen Go und Sprache finden kann, muss ich doch ein paar Grundregeln festlegen, die dieser Annahme möglicherweise widersprechen.
Die erste „Regel“ ist hoffentlich für alle schlüssig: Go kann keine Muttersprache sein. Ich bezweifle, dass es je einen Menschen gab, oder geben wird, der sich allein durch Go mit anderen Menschen unterhält.
Die zweite „Regel“ ist, dass eine Konversation immer dual ist, es also nur zwei Gesprächspartner gibt. Paar-Go oder „Beamten-Go“ schließe ich aus meinen Überlegungen aus.
Die dritte „Regel“ besagt, dass Go eher eine Zwecksprache ist.Ich denke, wenn man das Spiel mit einer Sprache vergleicht, dann ist es eine Sprache mit einem relativ kleinen Wortschatz. Am Banalsten lässt sich das darstellen, wenn man durch Go „sagen“ will, dass man Hunger hat. Das ist nicht möglich und auch nicht notwendig.
Warum ist Go eine Zwecksprache:
Meiner Meinung nach wird Go in einer Welt gesprochen, in der nur die beiden Kontrahenten und das Go Brett eine Rolle spielen. Dadurch ist ein geringer Wortschatz durchaus gerechtfertigt.
Als vierte Regel schlage ich also vor, dass wir Go rein als Sprache des Go-Bretts betrachten. Auch unter anderen Umständen kommt es zu Sprachen, die nur von einer bestimmten Gruppe zu einem bestimmten Zweck gesprochen werden. Solche Sprachen entstehen vor allem, wenn es zu Handelsbeziehungen zwischen verschieden sprachigen Ländern kommt. Als Englisch noch nicht so weit verbreitet war, fiel es denn Matrosen schwer, sich mit den einheimischen z.B. in Afrika zu verständigen und aus dieser Not entstand eine provisorische Sprache. Diese Sprachen waren gerade so gut, dass man beim Handeln keine Probleme bekam. Im Englischen nennt man solche Sprachen „Pidgins“. Ich habe leider keine passende Übersetzung fürs deutsche gefunden, aber vorerst können wir annehmen, dass Go eine „Pidgin“ ist, die entwickelt wurde um den Gegenspielern beim Go ein spannendes Spiel und viele lehrreiche Erfahrungen zu bescheren.
Dies lässt sich vor allem durch die Beschreibung von Shido-Go (Lehr-Go, ein Go Spiel, bei deim ein stärkerer gegen einen schwächeren spielt um seine Go-Erfahrung auf die anschaulichste Weise mit dem Schüler zu teilen) aus dem Manga Hikaru no Go bestätigen. Hier sagt Sai, der stärkste, aber leider tote (er ist ein Geist) Spieler der bis dato bekannten Go-Welt, dass ein Zug beim Shido-Go mehr als tausend Worte sagt und es nicht nötig ist ihn zu erläutern, wenn der Gegenspieler erfahren genug ist ihn zu verstehen.
Regel fünf sollte dann sein, dass eine richtige Konversation nur dann stattfinden kann, wenn beide Parteien eine gewisse Erfahrung im Go gemacht haben, also die Sprache schon gelernt haben. Allerdings gilt das auch für jede andere Sprache. Ich wollte nur sicher gehen … ;)
Dies sind die ersten Grundlagen für meine oder auch unsere Untersuchungen. Kommentare sind immer willkommen.
Greetings,
Nay
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